Vegan-vegetarische Empfehlung: Restaurant “Zest” in Leipzig-Connewitz
7 Jun
Schon lange wollte ich wieder einmal eine Reise ins schöne Leipzig antreten, unter anderem aufgrund des Besuchs des “Zest” in Connewitz. Nun war es endlich so weit: vier Tage Zeit zum Flanieren, Kunstausstellungen besuchen und- gut essen. Und das kann man in Leipzig, vor allem wegen des vegetarischen Restaurants Zest(vegan ist das Zest nicht wirklich, einige Gerichte werden auf wunsch auch mit “echtem” Käse offeriert).
Als wir uns an einem Montag auf den Weg ins linksalternative Connewitz machten, wo schon wieder eine linke Demo (die gefühlte dritte binnen 2 Tagen) von freundlichen Poilizisten bewacht wurde, erwartete uns zuerst eine Überraschung: Das Zest war fast leer. Wir hatten schon erwogen, zu reservieren, aber anscheinend ist das Zest ein Restaurant, in das man vor allem gern am Wochenende geht. Vielleicht auch auch wegen der für Leipziger Verhältnisse auch üppigen Preise: die Hauptgerichte kosten im Schnitt 10 bis 16 Euro. Doch es lohnt sich. Doch dazu später mehr.
Die Einrichtung des Zest ist innen kühl-modern mit viel Holz gehalten, wir nahmen draußen auf einem der roten Terassencafestühle, die wohl aus den 50ern stammten, Platz.
Das Zest bietet auch eine recht passable Getränkeauswahl, ich entschied mich für ein Kuchlbauer “Alte Liebe” dunkles Weißbier aus Niederbayern, meine Begleitung Clarice entschied sich für ein Saftschorle aus frisch gepresstem Saft.
Dann kam die Shiitake-Sherry-Bouillon mit Wildreis, Spargel und Sauerampfer als Vorspeise. Begleitet wurde dies mit einem wunderbaren, selbst gebackenen Brot. Zuerst erschien die Bouillon ein wenig enttäuschend, da scheinbar zu wenig gewürzt, doch mit jedem Löffel entfaltete sich das Aroma eines jeden Bestandteils- jede Komponente war perfekt aufeinander abgestimmt. Für 6 Euro natürlich auch eine recht teure “Suppe”, doch hat dieses Erlebnis für die Geschmackssinne auch herzlich wenig mit dem, was in anderen Lokalen üblicherweise “Suppe” genannt wird, zu tun.
Dann kamen die Hauptgerichte, welche wie auch die Vorspeise von dem lässig-sympathischen KellnerInnenduo serviert wurden: Für mich gab es die “Roulade aus Bramatapolenta mit Zwiebelsaatkruste und Brennesselkremfüllung mit Paprika-Chipotle-Confit [scharf] und sautierte Maikugeln”, Clarice hatte sich für Rice & Spice Basmatireis mit 2 Saucen (Tomaten-Lavendel-Sud mit gegrillter Frühlingszwiebel und gebackenem Tofu [scharf] und Seitan und Babymais in Aprikosen-Jalapeño-Marmelade [scharf]) entschieden.
Schon optisch waren die beiden Gerichte so schön anzusehen, dass man das Kunstwerk gar nicht zerstören wollte. Doch es lohnte sich, und bei mir entwickelte sich durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen komponenten süß, scharf und sauer ein wahres Geschmacksgewitter. Die Polentaroulade war bissfest und cremig zugleich.Toll waren auch die unterschiedlichen Schärfearten, die durch die Chipotle-Chilis, die Radieschensprossen und die Zwiebelsaatkruste erzeugt wurden.
Clarice war auch insbesondere von den gegrillten Frühlingszwiebeln und der Aprikosen-Jalapeno-Marmelade begeistert.

Schon optisch sind die Gerichte im "Zest" ein Hochgenuss.
Als Nachspeise wählte ich nicht das zuerst favorisierte “Mandeltartelette mit Vanille-Pfeffer-Krem und marinierten Erdbeeren / Minz-Sauerrahm-Sojaeis”, da ich auf Nachfrage, ob das Eis nur mit Sojaeis sei, ein strahlendes “Selbstverständlich!” von der Kellnerin geboten bekam, was aber aufgrund meiner Sojaallergie diese Nachspeise zu einem “No-Go” machte.Wir entschieden uns dann, uns die “Rüblitorte mit Rhababerkrem und weißer Schokolade” zu teilen. Eine gute Entscheidung- sowohl die Bestellung als auch das Teilen, denn die Torte war ungefähr zwei- bis dreimal so groß wie Torten anderswo und war durch den Rhabarber auf der einen Seite und der weißen Schokolade sowohl süß-saures Dessert als auch sauer-deftiges Hauptgericht mit süßer Note. Das dritte Geschmackserlebnis dieses Abends. So eine Torte gibt es wohl nur im “Zest” in Leipzig.
Fazit: Der Besuch im “Zest” in Leipzig-Connewitz hat sich gelohnt und unser nächster Besuch in Leipzig wird uns sicherlich wieder hierhin führen.
Zur Webseite des Zest: www.zest-leipzig.de



Wenn du immer nur ins Zest gehst, verpasst du die anderen guten Restaurants in Leipzig und davon gibt’s echt viele zu entdecken. Gruß aus LE. Alex
Wenn Du immer nur Kommentare schreibst, verpasst Du die anderen Aktivitäten, die das Leben so bietet, und davon gibts echt viele zu entdecken.